Ist die Alkoholfreiheit das wichtigste Kriterium für einen Behandlungserfolg, so darf es nicht das einzige sein, wollen wir dem Einzelnen in seiner gesamten Lebensexistenz gerecht werden. Bedeutsam für eine abstinente Lebensführung sind auch die soziale Integration (etwa Erwerbstätigkeit) und ein Mindestmaß an Lebenszufriedenheit. Folgende Zahlen sind aus einer hauseigenen Katamnesestudie entnommen, die bei den Patienten des Jahres 1999 ein Jahr nach ihrer Entlassung durchgeführt wurde.
Veränderung Erwerb

Waren zu Beginn der Therapie nur 32,4% der Patienten erwerbstätig, konnte der Anteil während der Therapie auf 44,6 % erhöht werden.
Veränderung FPI-R
Mit einem Persönlichkeitsfragebogen wurde zu Beginn und am Ende der Therapie die persönliche Befindlichkeit abgefragt. In fast allen Bereichen ergaben sich statistisch bedeutsame positive Veränderungen im Sinn der Erwünschtheit.Anhand des FPI-R konnte nachgewiesen werden, dass die Patient Inn en – dem zentralen Anliegen unseres Hauses entsprechend – während des Therapieaufenthaltes eine höhere Lebenszufriedenheit entwickeln konnten. Positive Entwicklungen zeigten sich auch in den Skalen Erregbarkeit, Beanspruchung und körperlichen Beschwerden, was u.a. auf das Abklingen der Entzugserscheinungen zurückzuführen ist. Positive Veränderungen ergaben sich ferner hinsichtlich der Geselligkeit, des Selbstvertrauens und der Leistungsorientierung.
Alkoholfreiheit nach 1 Jahr

Von den Salzburger PatientInnen waren 1 Jahr nach Entlassung aus der Therapie zwischen 48% und 58,7% abstinent . Die Schwankungsbreite ergibt sich aus den unterschiedlichen statistischen Berechnungen, einmal wurden alle nicht erreichten Patienten als rückfällig gewertet und einmal wurden diese gar nicht mitgezählt.
Die Streuung zwischen den beiden Einrichtungen war marginal (1-2%).
Zusammenhang Erwerb und Abstinenz

Waren von den bei Entlassung Erwerbstätigen 1 Jahr danach 60% abstinent, so waren es bei den Arbeitslosen nur 40%. Bei den Pensionisten sogar 64,7%.
Erwartungsgemäß besteht ein Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit und Therapieerfolg im Sinne der Abstinenz. Einen unterstützenden Einfluss hat auch die Absicherung durch die Pension.
Zusammenhang Gruppenbesuch und Abstinenz

Die Bedeutung eines regelmäßigen Besuches von Nachsorge- oder Selbsthilfegruppen nach der Therapie kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. So lebten ein Jahr nach Therapie 84,6% der regelmäßigen Gruppenbesucher alkoholfrei , bereits nur mehr 53,8% der gelegentlichen Gruppenbesucher. Bei denen die nie eine Gruppe besuchten waren nur mehr 39,2% trocken.



